über Jodpur & Ranakpur nach Kumbhalgarh

02.12.2019


Heute geht's zurück nach Jodhpur. In Yogies Guesthouse, in der Nähe vom Clocktower, haben wir für die Nacht eingecheckt. Ein kleines Zimmer mit großem Bad. Zum Glück gibt es einen offenen Vorraum mit Sitzgelegenheiten und einem Matratzenlager, wo wir den Koffer öffnen können. Auf geht's ins Getümmel der Blue City. Weit kommen wir jedoch nicht, denn nach ca. 150 m begrüßen uns Tauben auf ihre eigene Weise. Soll ja Glück bringen. Dennoch bevorzugen wir umzukehren und unsere Kleidung zu säubern. Bevor wir den Gewürzladen nochmal aufsuchen, gibt es, auf Wunsch einer Person, einen Kokosnuss Lassi am Clocktower.
Weiter schlendern wir zum Stepwell, einem Stufenbrunnen an dem Jugend-liche aus bis zu 100 m von der Fassade ins Wasser springen. Heute hat ein Koreaner diesen Sprung inszeniert und zur Freude des Publikums das verbotene Schauspiel zelebriert. Im Anschluss haben wir uns in den schmalen hektischen Gassen der Blue City verloren, so dass der Sonnenuntergang am Viewepoint ohne uns stattgefunden hat. In diesem Gedrängel hat mich auch noch ein Motorradfahrer erwischt. Ein Glück, dass hier alle im Schritttempo fahren müssen. Das Omelett am Clocktower war hervorragend und hat uns wieder versöhnt. Als Nachtisch gab es noch vegetarische Samosas - street-night-foot ist doch immer eine interessante Alternative.

Erkenntnis des Tages  - Taubenschiss bringt nicht immer Glück.

Auf dem Weg nach Ranakpur, wo eine Jain Tempelanlage auf unserem Plan steht, stoppen wir noch ein einem Motorrad Tempel. An dieser Stelle ist ein
wohltätiger Hindu verunglückt. Jedes Mal, wenn das Motorbike zur Polizeiwache gebracht wurde, ist es von selbst an die Unfallstelle zurück gelangt. Auf Grund dieses Wunders ist an dieser Stelle ein Tempel mit dem Bike errichtet worden. Hier hat ein Mönch mir einen Punkt auf die Stirn gemacht - "For good Luck!" Hoffentlich hilft das nun.
In Ranakpur besichtigen wir den Adinath-Tempel, der 1439 - 1460 auf einer erhöhten Plattform errichtet wurde. Die Türschwellen zeigen Dämonenmas-ken, die bösen Geistern den Zutritt verweigern sollen. Die Zahl 4 spielt in der Komposition eine besondere Rolle 4 Tore, Kuppeln die Hauptstatur schaut
in jede Himmelsrichtung. Die 1444 Säulen sind alle reichhaltig filigran
verziert. Keine gleicht einer Anderen. Eine ist bewusst etwas schief, als
Zeichen für die Unvollkommenheit.
Wir lassen uns heute wieder auf das Abenteuer ein, mit den Einheimischen in der Kantine zu essen. Hinsetzten Teller umdrehen und warten, was so alles
vorbeikommt. Es ist alles lecker und man bekommt immer wieder Nachschlag. Die Jain essen kein Fleisch und nichts, was unter der Erde wächst.
Danach besuchen wir noch die Parshvanath- und Neminath Tempel. Hier sind wir fast alleine. Am Parshvanath weist uns der Wächter besonders auf die erotischen Szenen auf der Außenwand hin. Im Innern Heiligtum stellt eine schwarze Statue den 23. Trithankara Parshvanath, der im 8 Jh. Lebte, dar.

In Kumbhalgarh kommen wir gegen 16.30 Uhr an. Es liegt etwas 500 m höher in den Bergen als Ranakpur. Beim Einchecken im Hotel One Kumbhalgarh Ressort gleich zwei Überraschungen: zuerst haben wir Schimmel im Zimmer und dann ist mein Smartphone weg. Liegt hoffentlich im Auto. So verbringen wir den späten Nachmittag mit Zimmerwechsel und den Versuchen Bittoo zu kontaktieren.

Erkenntnis des Tages - der hinduistische Glücks-segen ist auch nicht direkt wirksam.
Was ist Glück?