Grenzgänger Baumgartner Höhe nach Kranjska Gora

12.09.2020

Gut gestärkt nach einem reichhaltigen Frühstück brechen wir an der westlichen Flanke des imposanten Mittagskogel, der uns im letzten Jahr aus allen Perspektiven begleitet hat, steil bergan auf. Vor dem Jepzasattel genießen wir frisches Wasser aus dem Bergbrunnen. Wir sind sehr erfreut darüber, denn kurz vorher hat Barbara bemerkt, dass ihr Trinksystem undicht  und von den ursprünglichen 2 Liter nur noch knapp die Hälfte übrig ist. Wir nehmen tendenziell immer eher mehr Wasser mit und die Aussicht mit viel weniger auf dieser langen Etappe auskommen zu müssen ist echt schwierig.   Leider war diese heute auch unsere einzige, da es auf der ganzen Tour keine Einkehrmöglichkeit gibt. Nach zwei Stunden anstieg erreichen wir die Staatsgrenze Österreich - Slowenien und werden nun zu Grenzgängern. 

Man merkt es spätestens, wenn man auf Grüß Gott mit Dan geantwortet wird.

Österreich liegt zu nächst noch unter Nebelwolken, doch die Julischen Alpen begrüßen uns majestätisch im Sonnenschein. Der Graat führt uns parallel zum Gipfelgraat des  Karawanken-Hauptkamms. Kurz vor dem Schwarzkogel reisst die Wolkendecke auf und wir können einen letzten Blick auf die Kärntner Seen genießen. Hier haben wieder einen perfekten Picknick Platz gefunden. 

Der Weg war bisher sehr abwechslungsreich und schön und eigentlich dachten wir, dass wir voll gut in der Zeit sind. Dann stellen wir jedoch fest, dass die moderne Technik uns ein wenig in die Irre geführt hat. Auf der App des Alpe Adria Trail ist die Entfernung zum Zielort Luftlinie gemessen. wir sind also noch gar nicht so weit wie gedacht. Als dann eine entgegen kommende Frau die Zeitangabe für den nächsten Etappenpunkt sagen wir mal sehr großzügig bemisst, kommt bei Barbara eine leicht Panik auf. Hochrechnungen lassen nun von einer Ankunftszeit nach 20 Uhr vermuten und das bei dem wenigen Wasser, dass noch übrig ist. Nach einer Zeit stellen wir jedoch fest, dass es nicht so schlimm ist wie befürchtet. Als wir dann aus dem Wald raustreten, taucht ein beeindruckendes Bergpanorama vor uns auf, leider ein wenig diesig, aber trotzdem wunderschön. Ein Hügel mit saftigem Gras und Sonnenschein lädt uns ein, diese gewalltige Natur ehrfürchtig zu bestaunen.